Jedes Haus auf OPERA 5 hat schon eine Variante von „Sie müssen migrieren“ gehört, meist von einem Anbieter, der etwas verkaufen will. Die Wahrheit ist weniger dramatisch und dafür nützlicher: Oracle veröffentlicht genaue Support-Termine, die Migration verändert ganz bestimmte Dinge im Tagesbetrieb, und Schwierigkeiten haben meist jene Hotels, die sie als IT-Projekt statt als Betriebsprojekt behandelt haben. Diese Checkliste zeigt, was tatsächlich dokumentiert ist, was sich ändert, wie Daten und Schnittstellen umziehen, was eine der größten Migrationen von OPERA 5 ihrem Team beigebracht hat und wie die Gästekommunikation während der Umstellung weiterläuft, mit der OPERA-5-On-Premise-Integration von chatlyn vor der Umstellung und der Integration für Oracle OPERA Cloud danach.
Kurz gesagt
- OPERA 5.6, die letzte On-Premise-Version, hat Premier Support bis Dezember 2027. Extended Support gibt es nicht, ein Abschaltdatum ist nicht veröffentlicht.
- OPERA Cloud ist von Oracle gehostete Software im Browser, die Oracle mehrmals im Jahr aktualisiert. Neue Funktionen kommen ausgeschaltet an, bis Sie sie aktivieren.
- Schnittstellen wechseln Anbieter für Anbieter zu OHIP, Oracles API-Plattform. Einige Legacy-Schnittstellen, darunter OXI, laufen auch mit OPERA Cloud weiter.
- Die Daten ziehen mit Oracles Migrationswerkzeug oder über eine Neuinstallation um. Bereinigen Sie sie vorher: Sie kommen genau so an, wie sie abgeschickt werden.
- Die Gästekommunikation kann ohne Unterbrechung weiterlaufen, weil dieselben Guest Journeys auf beiden Systemen funktionieren.
Wie es um den Support für OPERA 5 steht
Die entscheidenden Termine stammen aus Oracles eigener Applications Lifetime Support Policy, nicht aus Anbieterfolien. In der Ausgabe vom August 2026:
| Version | Ende des Premier Supports | Extended Support | Danach |
|---|---|---|---|
| OPERA 5.6 | Dezember 2027 (verlängert von April 2027) | Nicht verfügbar | Sustaining Support, unbefristet |
| OPERA 5.5 | Oktober 2021 | Nicht verfügbar | Sustaining Support, unbefristet |
Während der Verlängerung bis Dezember 2027 gelten Fehlerkorrekturen nur für OPERA 5.6.28 und höher. Ein Haus auf einem früheren Build von 5.6 hat also schon vor der Migration einen Grund für ein Update. Version 5.5 hat den Premier Support im Oktober 2021 verlassen, ein Übergang, den der Oracle-Partner Mastel Hospitality damals für seine Kunden dokumentiert hat.
Zwei Feinheiten sind wichtig. Erstens gibt es kein veröffentlichtes Abschaltdatum: Nach dem Ende des Premier Supports geht OPERA 5 unbefristet in den Sustaining Support über. Die Software läuft also weiter, neue Fehlerbehebungen, Updates und Zertifizierungen gibt es aber nicht mehr. Zweitens hat Oracle den Termin für 5.6 schon einmal verlängert. Prüfen Sie daher das aktuelle Richtliniendokument für Ihre Version, statt sich auf einen Artikel zu verlassen, diesen eingeschlossen. Die betriebliche Frage lautet nicht „Wann stirbt OPERA 5?“, sondern „Wie lange wollen wir das Front Office auf einem System betreiben, das keine Fehlerbehebungen mehr erhält?“
OPERA 5 und OPERA Cloud im Vergleich
OPERA Cloud ist nicht OPERA 5 im Browser, sondern ein anderes System mit demselben Vokabular. Die Tabelle fasst zusammen, was Oracles eigene Dokumentation zu beiden sagt.
| OPERA 5 | OPERA Cloud | |
|---|---|---|
| Wo es läuft | Auf Ihren Servern (Windows Server, Oracle Database) oder als Option „OPERA 5 Hosted“ bei Oracle | Von Oracle gehostete, mandantenfähige Software auf Oracle Cloud Infrastructure |
| Wie das Team es öffnet | Windows-Arbeitsplätze mit konfiguriertem Browser und Java | Jeder unterstützte Browser (Chrome, Edge, Firefox, Safari), mit Check-in und Check-out am Tablet |
| Updates | Upgrade-Projekte, die Sie selbst planen und durchführen | Liefert Oracle mehrmals im Jahr (Releases 26.1 bis 26.4 im Jahr 2026); viele neue Funktionen kommen ausgeschaltet an, bis Sie sie aktivieren |
| Geschäftsmodell | Lizenz mit Oracle-Support | Abonnement, Preis pro Gästezimmer |
| Schnittstellen | OXI, IFC8 und andere Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen | REST-APIs und Business Events von OHIP; einige Legacy-Schnittstellen weiterhin unterstützt |
| Zahlungen | Oracle Payment Interface (OPI), On-Premise | OPI, auch OPI Cloud, das direkt von Cloud zu Cloud mit Zahlungsanbietern verbindet |
| Berichte | OPERA-5-Berichte, oft stark angepasst | Standardberichte von OPERA Cloud, dazu Reporting and Analytics (ein separat bestellter Dienst) für individuelle Berichte |
| Mehrere Hotels | Pro Installation konfiguriert | Konfiguration auf Ketten- oder Hausebene, hausübergreifende Berichte aus einem Hub |
Für Gäste sollte davon nichts sichtbar sein. Dieselben Guest Journeys laufen auf beiden Systemen, nur die Datenquelle hinter den Nachrichten ändert sich:
Was die Migration im Alltag verändert
Teams berichten, dass vertraute Abläufe eine neue Form bekommen, Masken anders aufgebaut sind und manche Aufgaben mehr Klicks brauchen, als das Muskelgedächtnis erwartet. Die Schulung wird damit zu einem eigenen Arbeitspaket statt zur Formalität. Drei Bereiche verdienen eine eigene verantwortliche Person.
Berichte. Standardberichte von OPERA Cloud lassen sich mit voreingestellten Parametern kopieren, planen und aus einem Hub für mehrere Häuser ausführen. Oracles Dokumentation stellt aber klar, dass sie keine individuellen Flex-Felder ausgeben und keine Lokalisierung unterstützen. Individuelle Berichte entstehen in Reporting and Analytics, das separat bestellt wird. Teams, die mit individuellen OPERA-5-Berichten gearbeitet haben, sollten die Berichte auflisten, die sie wirklich nutzen, und jeden davon vor der Umstellung probeweise nachbauen.
Zahlungen. OPERA Cloud wickelt Zahlungen über das Oracle Payment Interface ab. OPI Cloud verbindet sich direkt von Cloud zu Cloud mit Ihrem Zahlungsanbieter und bringt zusätzliche Optionen wie Pay By Link und Tokenisierung. Hotels stellen nicht immer alles auf einmal um: Laut der Fallstudie seines Zahlungsanbieters hat Rotana OPERA Cloud zunächst mit OPI On-Premise betrieben und nach einem Pilothaus dann 21 Hotels in den VAE auf OPI Cloud umgestellt. Klären Sie früh, ob Ihr Anbieter für Ihr Ziel-Setup zertifiziert ist und wie gespeicherte Karten-Tokens umziehen.
Updates. Statt alle paar Jahre ein Upgrade-Projekt zu stemmen, ändert sich OPERA Cloud mehrmals im Jahr. Viele neue Funktionen kommen ausgeschaltet an, also muss jemand Oracles Release-Readiness-Leitfäden lesen und entscheiden, was aktiviert wird. Diese Rolle gab es bei OPERA 5 nicht.
Wie Ihre Daten zu OPERA Cloud kommen
Oracle bietet dafür ein offizielles Werkzeug an, OPERA to Cloud Migration. Das Haus betreibt auf seinem Datenbankserver eine kleine Komponente, die eine gesicherte Dateiübertragung einrichtet und einen Evaluierungsbericht erstellt. Das Migrationsteam von Oracle führt dann eine erste Datenübertragung durch und später eine letzte direkt vor dem Go-live. Angefragt wird das Werkzeug über den Oracle-Vertrieb, und es unterstützt OPERA-Versionen ab 5.0.03.03.
Oracle Consulting hat zwei Wege beschrieben. Eine vollständige Migration übernimmt Daten, Historie, Reservierungen und Konfiguration, braucht aber saubere Daten und vorab eine Testmigration und kann deutliche Ausfallzeiten bedeuten. Eine Neuinstallation startet sauber, importiert die Konfiguration und holt Reservierungen und Profile über einen Drittanbieter herüber; die Ausfallzeit beschränkt sich dabei auf die Umstellung selbst. Für diesen zweiten Weg gibt es Werkzeuge von Drittanbietern. Eines davon überträgt Profile, Reservierungen, Ratencodes, Pakete und Finanzdaten über OXI und braucht trotzdem eine Code-Zuordnung überall dort, wo Werte nicht eins zu eins übereinstimmen.
So oder so gilt die Regel aus der Praxis: Unsaubere Daten bleiben unsauber. Doppelte Gästeprofile, uneinheitliche Ratencodes und alte Routing-Regeln kommen unverändert an und untergraben dann Reporting und Rezeptionsarbeit im neuen System. Bereinigen Sie vor der ersten Übertragung, nicht nach dem Go-live.
Schnittstellen: was zu OHIP wechselt und was weiterläuft
Auf OPERA Cloud nutzen neue Integrationen OHIP, Oracles API-Plattform. Ausgehende Daten fließen als Business Events, die ein angebundenes System per Streaming oder Polling empfängt; Oracle empfiehlt Streaming. Eingehende Daten laufen über die REST-APIs von OHIP.
Zwei Details prägen jeden Schnittstellenplan:
- Codes müssen eins zu eins übereinstimmen. Mit OXI konnten Sie OPERA-Codes den Codes eines anderen Systems zuordnen, etwa Zimmertypen, Ratencodes und Pakete. Laut Oracles OHIP-Dokumentation folgen die REST-APIs diesem Ansatz nicht mehr: Die Codes müssen eins zu eins übereinstimmen, oder das andere System übernimmt die Zuordnung auf seiner Seite. Das bedeutet Nacharbeit pro Anbieter, und sie gehört vom ersten Tag an in den Plan.
- Legacy-Schnittstellen sind nicht verschwunden. OPERA Cloud unterstützt weiterhin die Property Interfaces OXI, OEDS, OFIS und FIAS, jede mit eigenem Interface-Servicekonto, und Schnittstellen auf Hausebene laufen über einen Software-Agenten auf Hardware bei Ihnen vor Ort. Oracle weist außerdem auf einige IFC8-Vorgänge hin, die in REST noch nicht verfügbar sind, ebenso auf Mitgliedschaftsfunktionen aus den OPERA Web Services. Fragen Sie jeden Anbieter, welchen Weg er nutzen wird, OHIP oder Legacy, und ab wann.
Das nützlichste Dokument im ganzen Projekt ist eine einfache Übersicht aller Schnittstellen. Ein Ausgangspunkt:
| System | Heute auf OPERA 5 | Auf OPERA Cloud | Ansprechperson beim Anbieter | Status |
|---|---|---|---|---|
| Buchungsmaschine | OHIP oder Legacy | |||
| Channel Manager | ||||
| Türschließsystem | ||||
| Kassensystem | ||||
| Zahlungen | OPI oder OPI Cloud | |||
| Revenue Management | ||||
| Gästekommunikation | chatlyn über SFTP-Berichte | chatlyn über OHIP | Customer Success von chatlyn |
Ist OHIP für Sie Neuland, erklärt unser verständlicher Leitfaden Was ist OHIP?, was die Plattform leistet und was die Anbindung eines Anbieters bedeutet.
Big Bang oder schrittweise: was Thon Hotels gelernt hat
Die am besten dokumentierte Migration von OPERA 5 ist die von Thon Hotels in Norwegen. Laut Oracles eigenem Bericht hat Thon 96 Hotels in 31 Stunden von OPERA 5 On-Premise auf OPERA Cloud umgestellt, mit Go-live am 8. April 2024. Oracle Consulting hatte den üblichen schrittweisen Ansatz empfohlen. Thon entschied sich für einen „Big Bang“, um nicht zwei Master-Datenbanken nebeneinander zu betreiben, und Oracle beschreibt den Big Bang inzwischen als Standardoption.
Was den Erfolg ausmachte:
- Eine Projektgruppe rund sechs Monate im Voraus, die zuerst die Standardisierung über alle Hotels hinweg erledigte.
- Schulung drei Wochen vor dem Go-live abgeschlossen, auf Oracles Lernplattform, mit benannten Superusern in jedem Hotel.
- Eine geprobte Ausweichlösung. In der letzten Woche übte jedes Hotel, Check-ins und Housekeeping für die Stunden, möglicherweise Tage, der Ausfallzeit in Tabellen festzuhalten.
- Zuerst die Piloten. Kommandozentralen steuerten die Umstellung: Fünf Pilothotels gingen zuerst live und testeten Schnittstellen und Kartenzahlungen, danach folgten Gruppen von zehn.
- Kein Parallelbetrieb. Rund 2.000 Nutzer von OPERA 5 wurden am Morgen des Go-live abgemeldet, und am nächsten Tag arbeitete das Team in OPERA Cloud.
Auch andere große Gruppen haben schnell umgestellt, nur auf anderen Wegen. Motel One hat mehr als 100 Hotels in 13 Ländern in rund vier Monaten auf OPERA Cloud gebracht, im Schnitt mit 14 Go-lives pro Woche, und dabei Betriebs- und Finanzdaten, Gäste- und Kontosalden sowie Zimmer- und Housekeeping-Status übernommen. Die PPHE Hotel Group, seit Langem auf OPERA 5, hat im November 2025 ihren Wechsel zu OPERA Cloud für 18 Häuser mit 5.200 Zimmern angekündigt.
Gästekommunikation ohne Unterbrechung
Die Gästekommunikation gehört zu den wenigen Systemen, die während der gesamten Migration durchlaufen können, weil chatlyn beide Seiten unterstützt. Auf OPERA 5 steuert die Integration für Oracle OPERA On-Premise Guest Journeys über geplante Berichte per gesicherter SFTP-Verbindung. Auf OPERA Cloud abonniert die Integration für Oracle OPERA Cloud Echtzeit-Ereignisse über OHIP. Ein Haus wechselt bei der Umstellung gemeinsam mit unserem Customer-Success-Team von der einen zur anderen, und die Journeys für den Gast laufen unverändert weiter: Bestätigungen, Nachrichten vor der Anreise, KI-Antworten auf WhatsApp, im Webchat, im Facebook Messenger, auf Instagram und in neu angelegten Booking.com-Posteingängen.
Für gemischte Portfolios bedeutet dieselbe doppelte Unterstützung, dass eine Gruppe Haus für Haus migrieren kann, während jedes Hotel weiter mit seinen Gästen kommuniziert. Und ein paar Gewohnheiten machen das Umstellungswochenende auf der Gästeseite ruhiger:
- Halten Sie den Posteingang besetzt. Pausiert der Check-in, während die Systeme wechseln, schreiben die Gäste. Die KI beantwortet Routinefragen mit Ihrem Wissen, alles andere übernimmt eine fix zuständige Person.
- Kampagnen pausieren, Journeys nicht. Bestätigungen und Nachrichten vor der Anreise sollten weiter hinausgehen, Marketing-Aussendungen können eine Woche warten.
- Sagen Sie der KI, was los ist. Ein kurzer Hinweis in Ihrem Wissen auf längere Check-in-Zeiten an diesem Wochenende, und sie kann ehrlich antworten.
- Testen Sie am ersten Tag. Legen Sie in OPERA Cloud eine Testbuchung an und prüfen Sie, ob die Bestätigung binnen Augenblicken ankommt.
Stolpersteine, von denen Hotels berichten
Wiederkehrende Erkenntnisse von Praktikern, Beratern und veröffentlichten Migrationen:
- Unsaubere Daten bleiben unsauber. Jahrelang uneinheitlich gepflegte OPERA-5-Daten, allen voran doppelte Gästeprofile, kommen unverändert in OPERA Cloud an, wenn sie nicht vorher bereinigt werden.
- Der langsamste Anbieter bestimmt das Tempo. Jede Schnittstelle braucht einen Weg über OHIP oder Legacy und abgestimmte Codes, und ein einziger säumiger Anbieter kann den Go-live aufhalten.
- Berichte müssen neu gebaut werden. Individuelle OPERA-5-Berichte kommen nicht von selbst mit. Bauen Sie die wichtigsten vor der Umstellung probeweise in OPERA Cloud oder in Reporting and Analytics nach.
- Die Schulung ist umfangreicher als erwartet. Erfahrungsberichte nennen veränderte Abläufe und mehr Klicks für Routineaufgaben. Am besten fahren Häuser, die die Schulung vor dem Go-live abschließen und pro Schicht einen Superuser benennen.
- Die Umstellung unterbricht den Betrieb. Check-in, Zahlungen und Housekeeping-Updates können während der Umstellung pausieren. Legen Sie das Zeitfenster daher in eine Phase geringer Auslastung und proben Sie die manuelle Ausweichlösung.
- Niemand ist für die Release Notes zuständig. Nach dem Go-live kommen mehrmals im Jahr Funktionen ausgeschaltet an. Ohne zuständige Person hat das Hotel nie etwas davon.
Nichts davon spricht gegen die Migration. Es spricht dafür, sie als Betriebsprogramm zu behandeln: mit einer verantwortlichen Person, einer Phase zur Datenbereinigung und einem Schnittstellenplan Anbieter für Anbieter.
Die Umstellungswoche Schritt für Schritt
Ein beispielhafter Ablauf, gestützt auf Oracles Migrationswerkzeug und den dokumentierten Go-live von Thon:
- Letzte Woche: Konfigurationsänderungen einfrieren, die manuelle Ausweichlösung für Check-in und Housekeeping proben, die Go-live-Schritte jedes Anbieters bestätigen.
- Am Tag davor: letzte Prüfung von Schnittstellen und Kartenzahlungen in der Testumgebung, jede Schicht briefen, den Gäste-Posteingang besetzen.
- Umstellung: letzte Datenübertragung, die Nutzer von OPERA 5 abmelden, die Schnittstellen auf ihre Wege in OPERA Cloud umstellen, die Gästekommunikation eingeschlossen.
- Erste Stunden: Pilotvorgänge von Anfang bis Ende: eine Reservierung, ein Check-in, eine Kartenzahlung, eine Bestätigungsnachricht an einen Testgast.
- Erste zwei Wochen: ein tägliches Abstimmungsgespräch mit Superusern und Anbietern, eine Liste offener Punkte und ein kurzer Abgleich der Berichte mit dem alten System.
Die Checkliste
Bevor Sie starten
- Prüfen Sie Ihre OPERA-5-Version und deren Support-Termine anhand der aktuellen Lifetime Support Policy von Oracle, und aktualisieren Sie auf 5.6.28 oder höher, falls Sie darunter liegen.
- Wählen Sie Ihren Weg: vollständige Migration mit Historie oder Neuinstallation mit ausgewählten Daten.
- Benennen Sie eine verantwortliche Person für das Programm und einen Superuser pro Abteilung.
Daten und Schnittstellen
- Bereinigen Sie die Daten vor der ersten Übertragung: Gästeprofile, Ratencodes, Routing-Regeln.
- Erstellen Sie die Schnittstellenübersicht, mit dem Weg jedes Anbieters (OHIP oder Legacy), dem Abgleich der Codes und dem Go-live-Termin.
- Klären Sie die Zertifizierung Ihres Zahlungsanbieters und wie Karten-Tokens umziehen.
- Bauen Sie Ihre meistgenutzten Berichte probeweise in OPERA Cloud oder in Reporting and Analytics nach.
Team und Go-live
- Schließen Sie die Schulung vor dem Go-live ab, mit Zeit zum Üben.
- Legen Sie die Umstellung in eine Phase geringer Auslastung, mit geprobter manueller Ausweichlösung.
- Planen Sie die Gästekommunikation für das Umstellungswochenende: Journeys an, Kampagnen pausiert, Posteingang besetzt.
- Prüfen Sie nach dem Go-live den OHIP-Ereignisfluss von Anfang bis Ende: Eine Testbuchung sollte die Bestätigungsnachricht binnen Augenblicken auslösen.
- Benennen Sie jemanden, der jedes Release von OPERA Cloud liest und entscheidet, welche neuen Funktionen aktiviert werden.
Häufige Fragen
Hat OPERA 5 das End of Life erreicht? Oracle veröffentlicht kein Abschaltdatum. Die letzte unterstützte Version, 5.6, hat laut aktueller Lifetime Support Policy von Oracle Premier Support bis Dezember 2027, ohne Extended Support. Danach läuft sie unbefristet im Sustaining Support, ohne neue Fehlerbehebungen oder Zertifizierungen. Prüfen Sie die Richtlinie für Ihre genaue Version.
Wie lange dauert eine Migration von OPERA 5 zu OPERA Cloud? Das hängt viel stärker von der Vorbereitung ab als von der Umstellung selbst. Thon Hotels hat seine Projektgruppe rund sechs Monate im Voraus gebildet und dann 96 Hotels in einer einzigen Umstellung von 31 Stunden migriert. Motel One hat mehr als 100 Hotels in rund vier Monaten auf OPERA Cloud gebracht. Den Termin bestimmen meist Datenbereinigung, Bereitschaft der Schnittstellen und Schulung.
Verlieren wir bei der Migration unsere Integrationen? Jede Schnittstelle braucht einen Weg in OPERA Cloud: die REST-APIs und Business Events von OHIP oder eine der Legacy-Schnittstellen, die OPERA Cloud weiterhin unterstützt, etwa OXI. Bei den REST-APIs müssen die Codes eins zu eins übereinstimmen, jeder Anbieter braucht also einen Plan. chatlyn unterstützt beide Seiten: Journeys über SFTP auf OPERA 5 heute und Echtzeit-Ereignisse über OHIP auf OPERA Cloud danach. So läuft die Gästekommunikation während der Umstellung weiter.
Gibt es OXI mit OPERA Cloud noch? Ja, als Legacy-Schnittstelle. Die Dokumentation von OPERA Cloud führt die Property Interfaces OXI, OEDS, OFIS und FIAS, jede mit eigenem Interface-Servicekonto. Für neue Integrationen setzt Oracle auf OHIP.
Was passiert mit unseren individuellen OPERA-5-Berichten? Planen Sie, sie neu zu bauen. Die Standardberichte von OPERA Cloud decken den Tagesbetrieb ab, individuelle Berichte entstehen in Oracles Reporting and Analytics, einem separat bestellten Dienst. Listen Sie die Berichte auf, die Ihr Team wirklich nutzt, und bauen Sie sie vor der Umstellung probeweise nach.
Müssen wir unsere Zahlungsschnittstelle wechseln? OPERA Cloud wickelt Zahlungen über das Oracle Payment Interface ab, auch über OPI Cloud. Ob sich Ihr aktuelles Setup ändert, hängt von Ihrem Zahlungsanbieter ab. Klären Sie daher früh im Projekt seine Zertifizierung und wie gespeicherte Karten-Tokens umziehen.
Big Bang oder schrittweise Migration? Beides funktioniert. Oracle Consulting hat traditionell einen schrittweisen Rollout empfohlen. Thon Hotels wählte einen Big Bang, um zwei Master-Datenbanken zu vermeiden, und Oracle bietet ihn inzwischen als Standardoption an. Ein schrittweiser Rollout passt zu Gruppen, die zuerst aus einem Pilothaus lernen wollen.
Läuft die Gästekommunikation während der Umstellung weiter? Ja. Bis zur Umstellung laufen die Journeys über die On-Premise-Integration, danach über OHIP. Die KI beantwortet Gästefragen auf WhatsApp, im Webchat, im Facebook Messenger, auf Instagram und in neu angelegten Booking.com-Posteingängen durchgehend, nur die Datenquelle hinter den Journeys ändert sich.
Quellen
- Oracle Applications Lifetime Support Policy (Ausgabe August 2026)
- Mastel Hospitality: OPERA 5.5 support policy update
- Oracle OHIP-Dokumentation: Migration von Legacy-APIs zu REST und OPERA Xchange Interface (OXI)
- Oracle OHIP-Dokumentation: Property Interfaces (IFC8, FIAS) und Business Events
- Oracle OPERA Cloud 26.4-Dokumentation: Berichte, Interface-Benutzer und Release Readiness
- Oracle Hospitality Cloud Services: Leistungsbeschreibungen und Metriken
- Oracle OPERA to Cloud Migration: Leitfaden für Kunden und Oracle Consulting: der Weg zu OPERA Cloud
- Dokumentation zu Oracle Payment Interface Cloud und Planet: Fallstudie Rotana Hotels
- Oracle: die Big-Bang-Migration von Thon Hotels zu OPERA Cloud
- Lodging: Motel One betreibt mehr als 100 Häuser mit OPERA Cloud und Oracle: PPHE Hotel Group führt OPERA Cloud ein
- Beyond: Erkenntnisse aus der Datenmigration zu OPERA Cloud
- Erfahrungsberichte von Praktikern auf Capterra und Hotel Tech Report